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Waldschrat, Animateur und Naturliebhaber
 

Man könnte meinen, er ist schon einer von uns. Aber nicht ganz. Thomas Gut lebte zu Kindeszeiten in Geisenfeld (Hallertau), Nürnberg und Kösching, später verschlug es Ihn ins Schwabenland. Zuletzt wohnte er in Eislingen und übte dort seinen Beruf als Diplom-Ingenieur aus. Viele Gäste führte er schon durch die Wälder und Höhen des Bayerischen Waldes.

Sein Markenzeichen: Barfuß und Hut mit Geierfeder. So kennen ihn schon die treuen Feriengäste, die sich ihm immer wieder gerne anschließen, denn er vermittelt ein gewisses Gefühl von Freiheit und Lebensfreude. So ist er mit den anderen drei Wanderführern von Frauenau ein fester Inbegriff, wenn nicht Institution.

Ein weiteres Markenzeichen des "Waldschrat´s" ist sein Zuhause in Flanitzmühle. Fünfzig wohlerzogene Schlittenhunde begrüßen Dich und scharren mit den Pfoten im Schnee. Ein Gespann wird gerade in den Hundetransporter verladen. Seine vier Gäste sind mitbehilflich, denn das gehört auch zu deren Arbeit, wenn sie eine Woche Schlittenhundefahren beim Waldschrat buchen.

Thomas Gut hat seinen Job in der Kunststoffindustrie an den Nagel gehängt für seinen Lebenstraum. Raus aus dem nervigen Alltag, rein in die Natur. Umringt von seiner Meute steht er im Hof seines Anwesens bei klirrender Kälte, barfuß, Holzfällerhemd, Lammfellweste, geflickter Filzhut mit Geierfeder und Lodenhose.

Er sinniert zurück! Während meines Studiums radelte ich in einem Urlaubssemester durch die Alpen - 3Monate lang. Ich war entspannt und glücklich, genoß die Natur und die Einsamkeit. Kaum war ich zurück, ging der Streß schon wieder los.

Da wußte ich - "zivilisiertes" Stadtleben ist nichts für mich. Er wollte zudem, daß seine Kinder auf dem Land groß werden.

Die erste Schlittenhündin, die Thomas Gut 1988 kaufte, begleitete ihn bei seinen Bergtouren. Ein Bekannter gab 5 Huskies ab, Thomas überlegte nicht lange und kaufte das ganze Gespann.

Mit sechs Hunden konnte und wollte er nicht in der Stadt bleiben. Er und seine Frau Ingrid kündigten ihre Jobs und kauften den Hof in Flanitzmühle.

 

"Haus Waldschrat", so taufte Thomas sein neues Reich. Knapp drei Hektar Grund, eigene Quelle, Gänse, Hühner, Bienen, Wildschweine, Waldschafe und Hasen sind zwischenzeitlich nicht mehr wegzudenken.

80 % unseres Fleischbedarfs decken wir selbst, sagt der Naturfreak stolz.

Inzwischen hat Thomas Gut 50 Schlittenhunde. Fast alles Alaskan-Huskies aus eigener Zucht. Etwa 2/3 sind fertig ausgebildete Rennhunde. Er selbst ist das Leittier. Die Hunde müssen Dich als Boß akzeptieren, sonst kannst Du mit Ihnen nicht arbeiten, meint Thomas. Auch einige Erfolge kann Thomas Gut schon aufweisen bei seinem Hobby, das er mit dem Beruf verbindet. Bei einem der größten europäischen Rennen, dem "Transitalia" (9 Etappen, 240 km) belegte er 1992 den 4. Platz, 1991 und 1992 gewann er das "Memorial Dr. Vaclav Voitec" - Rennen (3 Etappen, ca. 100 km).

1994 konnte er beim "BERINGIA", einem Langstreckenrennen in Kamtschatka (Rußland), das er als erster "Nichtrusse" mitfuhr, den Zweiten Platz erringen. Das mittlerweile schwerste Mitteldistanzrennen in Europa, den "Alpentrail" (6 Etappen, 300 km in den Sextener Dolomiten) konnte er in den Jahren 96 - 98 jeweils unter den Top-Ten der Europäischen Mitteldistanzmusher beenden, wobei das Beste Resultat 1997 der 3. Platz war, der ihm zugleich den Titel des Bayrischen Meisters Mitteldistanz einbrachte.

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Auch in der "Sprintszene" ist sein Name nicht unbekannt. So konnte er 1996 bei der Bayrischen Meisterschaft im Sprint in Haidmühle den Meistertitel mit nach Hause nehmen. 1997 stand er in der Deutschen Rangliste auf dem 6. Platz.

Den Deutschen Schlittenhundesportverband unterstützt er mit seiner Arbeit als Leiter des Natur- und Umweltreferats und als Mitarbeiter in der Jugendausbildung.

Da man leider in der heutigen Zeit nicht ganz ohne Geld auskommt, bietet Thomas Gut sein Können Gästen an, die bei ihm in Wochen- und Wochenendkursenkursen Schlittenhundefahren lernen können. Aber auch in der Sommerzeit bietet der geprüfte Natur- und Landschaftsführer einiges an: Vom Goldwaschen und geführten Wanderungen, über Survivalkurse zu kompletten Gruppenprogrammen hin zu Abenteuerwochen im "Woid" für Erwachsene und der "Waldschratwoche" für Familien.

Noch zwei abschließende Fragen: Ob er noch mal zurück möchte in die "Zivilisation"? Thomas Gut: Das kann ich mir nicht vorstellen !!
Und der große Traum ? Einmal das "IDITAROD" in Alaska mitfahren !!

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