ESDRA – Jugendcamp

25.7. – 31.7.2004

Sonntag:

Als ich am Nachmittag viel zu früh auf dem Huskyhof anrückte, bestürmte mich Thomas gleich, ob ich doch bitte einen Traumfänger für seinen kleinen Sohn Tom machen könnte, der bald Geburtstag hätte, was ich dann auch tat, nachdem ich seine Freundin Anke und die supersüße kleine Anna begrüßt hatte.

Während ich dann so vor mich hinbastelnd vor dem Waldschrat Haus saß, kamen auch schon die Zwillinge Bettina und Patrizia, die wir schon aus den letzten zwei Camps kannten.

Doch oh Wunder, man konnte die Beiden, dank roter bzw. lila Strähnen auseinander halten.

Nach einiger Zeit tanzten auch Kai und die zwei Neuen Miriam und Lukas an.

Als dann schon der frische Duft von echten bayerischen Weiswürsten aus dem Haus kroch, kamen erfreulicherweise auch noch die Ungaren Istvan vom letzten Jahr, Peter, Regina und der kleine Junge Barnabas.

Als dann endlich alle da waren, entschlossen Kai und Ich doch noch vor dem Weißwürstelgeschlemmer die Hunde zu füttern. Mit stinkendem Lachsfingern futterten wir anschließend unsere Weiswürste im Feuerschein, bevor wir uns erschöpft zum Schlafen in den Zwinger zu Lotte verzogen.

Montag:

Am nächsten Morgen weckte uns Lotte pünktlich um 8 Uhr. Die Hunde mussten mit ihrem Futter noch etwas warten, denn zuerst kam unser Frühstück. Nach dem üblichen Scheißekratzen, erklärte uns Thomas ausführlich, wie man einen Schlittenhund trainiert und mit welchen Gefährten (Schlitten Trainingswagen, Roller, u.s.w.) man seinen vierbeinigen Freund in Topform bringt. Danach spleißte jeder eine Spaziergehleine für seinen Hund. Und nach dem Mittagessen gingen wir alle in den Wald zum kleinen Regen. Das der gerade mal 8° hatte, störte weder mich und Tommi, noch Kai und Mia. Nach ein paar Sinnes- und Orientierungsspielen, wie Tierraten und Bäume erfühlen kam der regen diesmal von oben, anstatt von unten. Als wir endlich wieder total durchnässt auf dem Huskyhof ankamen fuhr ich sofort mit Anke, Tom und Anna nach Bischofsmais zum Hunde-Lachs abholen. Als wir mit leider nur halbvollen Kisten zurück kehrten, wurde der Fisch auch schon von den Huskys hungrig erwartet. Nach dem Füttern und Wässern der Hunde standen, die leckeren Greiwacker auch schon auf dem Tisch. Den Rest des Abends verbrachten wir am Lagerfeuer. In den Zwinger haben wir es an diesem Abend nicht mehr geschafft, drum haben wir in der Küche geschlafen.

Dienstag:

Heute waren wir schneller beim Frühstück, weil es uns ja quasi ans „Bett“ gebracht wurde. Doch dafür war der Temperaturschock von Schlafsackwärme und Hunde Füttern umso größer. Und um 10 Uhr stürmte dann alles denn Waldschrattruck, denn keine wollte die Kanutour am großen Regen verpassen. Als nach der Einführung ins Kanadierfahren jeder einigermaßen kapiert hatte, wie man ein Kanu lenkt (bis auf meine lieben chaotischen Mitfahrer Tommi und Kai) hieß es nur noch „VOLLEKRAFT VORAUS“. Nach einer ca. 2,5-stündigen Paddel-Aktion, legten wir an einer kleinen Bucht an, um Mittag zu essen. Auf einer kleinen Wiese packte Thomas sein Fass mit den bayerischen Spezialitäten aus, die nach ungefähr 4 Minuten restlos vernichtet waren. Nach ein paar weiteren Stunden kam endlich der Ausstieg in Sicht und die Leute, welche die Kanufahrt bis dahin trocken überstanden hatten, wurden von Thomas höchstpersönlich im Regen getauft. Als wir dann nach etwa einer Stunde

Wieder daheim waren machten wir uns sofort ans Hunde füttern. Um uns anschließend in Sachen Outdoorküche bei Striezeln am offenen Feuer zu Proben. Und es ist echt sehr Faszinierend, was man in diese Teigtaschen so alles reinpacken kann (nämlich alles von Bananen, Schokolade bis hin zu Lachs oder Salami). Am Abend saßen alle mit offenen Mäulern am Feuer und staunten über meine Feuerspuckerei. Als sich dann am Abend einer nach dem anderen in seine Schlafgemächer verzog, huschten auch Ich und Kai in den kuscheligen Zwinger zur Lotte-Maus.

Mittwoch:

Wieder das Selbe wie jeden Morgen: Frühstücken, Hunde wässern und anschließend Scheißekratzen. Doch heute ging es ab 10 Uhr auf nach Fuhrt im Wald zur Unterwasserstation und anschließend in die Further Felsengänge. In der Unterwasserstation erwartete uns dieses Jahr statt dem Führer Ulli, ein neuer Führer namens Bernd. Er erklärte uns so einiges über den Wald, Tiere, Pflanzen und den großen, unter Wasser begehbaren Teich in der Anlage. Nach der Führung durften wir uns selbstständig im Park bewegen und als wir uns dann noch alle im hölzernen Gästebuch verewigten, hieß es auch schon „Tschüss Unterwasserstation“ und auf zu den Further Felsengängen. Am Eingang erwarte uns auch schon der Führer Norbert, der uns gleich vorweg schon vor dem sagenumwobenen Erdmännchen warnte, das angeblich dort in den Tiefen der Felsengänge hauste. Doch trotz dieser Warnung stiegen wir alle mutig, wenn auch mit leichter Gänsehaut, in die Keller. Norbert erzählte uns einiges über die Gänge und darüber, dass sie früher meist zur Lagerung von Bier, Seife oder anderen Dingen benutzt wurden. Im ersten und zweiten Weltkrieg wurden sie dann als Luftschutzkeller benutzt, was uns dann auch mit einer Lautsprecher-Show mit Bombenkrach und Donnergrollen sehr lebensecht demonstriert wurde. Danach bat uns Norbert sehr leise zu sein und dicht beisammen zu bleiben, weil in diesem Teil der Keller schon oft der furchterregende, aggressive Erdmann gesichtet wurde. Das taten wir dann, auch wenn wir Norbert nicht so recht glauben wollten. Doch kurz vor dem Ausgang kam er dann der furchteinflößende, grauenvolle Erdmann! Er schoss aus dem Dunklen von der Decke, und der immer neugierige und schreckhafte Tommi ist beinahe gestorben. Er machte einen Satz nach hinten, sodass er Kai fast niedergerannt hätte und als wir dann endlich draußen waren, sah man Tommi den Schock seines Lebens erst richtig an. Mit Tränen in den Augen und unter heftigen Zittern bekam Tommi kein Wort mehr heraus und sein Mundwerk erwachte erst wieder bei der nahgelegenen Eisdiele, wo uns der Waldschrat jeweils ein Eis spendierte. Als wir dann nach 1,5 Stunden wieder daheim waren, begrüßten uns die Huskys schon mit wilden Geheul. Das Hundefüttern an diesem Tag war eine wahre Freude, denn es gab Lachsstreifen. Und man musste nur den Namen des jeweiligen Hundes rufen und schon konnte man einen Lachsstreifen durch die Luft fliegen sehen. Als wir dann am Abend mit Leberkäse und Fichtenrindenstreifen gesättigt in den Zwinger schlichen, fand ich Lottes Lachs-Mundgeruch doch „etwas“ unangenehm.

Donnerstag:

Schlafsack raus, Küche rein, Hunde wässern und Scheißekratzen- eben der übliche Alltag auf dem Huskyhof. Heute ging’s dann aufi aufn Berg, denn der Inntalklettergarten rief. Also, Kletterzeug einpacken, in die Autos hüpfen und sich auf eine 2-stündige Fahrt einstellen. Nach unserer Ankunft im Klettergarten packten wir in der Idylle des Inns erst einmal unsere bayrische Brotzeit aus und mit noch gestopften Backen machten wir uns dann zu Fuß auf den Weg zum Kletterfelsen. Als erstes erklärte uns Thomas die notwendigsten Kletterknoten und anschließend durfte jeder sein Glück an der Felswand probieren. Nachdem jeder die einfachste Wand geschafft hatte, durfte man die Kletterroute wählen, die am ehesten seinen Fähigkeiten entsprach. Nachdem sich jeder wie ein Reinhold Messner höchstpersönlich fühlte, konnte es dann wieder Richtung Heimat gehen. Doch unsere Aufbruchsstimmung wurde auf der Autobahn von einem 8 Kilometer langen Stau gedämpft. Aber das störte uns herzlich wenig, denn dank Thomas coolem Autoradio ging bei uns im Auto die Party ab. Wir grölten bei den Charts mit und quatschten mit offenen Türen jeden Laster- bzw. Pkw-Fahrer an und hielten mitunter recht nette Pleuschchen. Doch der Höhepunkt war, als wir feststellten, dass der alte Huskytruck bei gleichmäßigem Geschaukel mit vereinten Kräften so richtig schön das schwingen begann und immer mehr verwunderte Autofahrer an unserem Schaukeltruck vorbei fuhren. Um 18.30 Uhr waren wir dann endlich daheim und bogen uns immer noch vor Lachen, als wir die Hunde fütterten. Am Abend futterten wir alle am Lagerfeuer super-leckeres extra-scharfes Chili con carne. Und geschlafen haben wir an diesem Abend an der zentralen Frühstücksstelle, nämlich in der Küche.

Freitag:

Um unser Taschengeld aufzubessern, gingen wir nach dem Frühstück zum kleinen Regen um im Gegensatz zur Mafia nicht Geld, sondern GOLD zu waschen. Leider fanden wir keine richtigen Goldnuggets, sondern lediglich ein paar Milligramm. Ich fand es auch besonders lustig, eine ganze Tüte Baumharz mitzunehmen, um damit die Hütte „auszuräuchern“. Nach einer stärkenden Suppe machten wir ein paar Spiele, wie z.B. das „Fledermaus-Falter-Spiel“, bei dem es darum geht, mit verbundenen Augen die anderen nur durch Gehör zu finden und zu fangen. Nachdem wir unsere Sinneskraft trainiert hatten mussten wir unsere körperliche Kraft, beim „Raufspiel“ unter beweis stellen. Als Abschluss dieser Woche durfte sich jeder noch im Bogenschießen versuchen, aber besser als Istvan der Ungar war niemand. Abends saßen wir alle am Feuer und aßen mein selbst gekochtes Curry Hühnchen, und zu meinem erfreuen schmeckte es allen ausgezeichnet. Diese Nacht schliefen(Lachen, Reden; eben alles andere außer Schlafen) wir alle im Tipi bei lodernden Feuerschein und alle waren sich einig das dies eine super Campwoche war.

Als dann am morgen nach Frühstück und Hundewässern vereinzelt die Eltern der Camper kamen flossen doch vereinzelt Abschiedstränen und es wurden noch eifrig Handynummern ausgetauscht Bis dann gegen 12.00 der Huskyhof wie ausgestorben in der nähe von Frauenau lag und nur auf den nächsten Ansturm von Jugendlichen wartete.