SSVB-Jugendcamp

29.10. bis 01.11.2002


Waltschrat 9tes Mal


Tag I

Am Dienstag, 29.10.02 geht`s wieder los zum Schrat. Kurz vor eins mittags kommen wir (meine Mutter und ich) bei Ali Immerz an, der wie üblich den Chauffeur spielt.
Laura Vörtler, nun auch schon das 2. Mal dabei, wird von uns in Landsberg abgeholt
und dann können wir endlich Richtung Frauenau, Bayerischer Wald, abdüsen.

Um kurz nach 17.00 Uhr kommen wir im idyllischen Huskyhof an, in dem zur Zeit allerdings kräftig umgebaut wird. Welpen hat er auch, 12 insgesamt, alle so zwischen
3 und 4 Monate alt. Niedliche kleine Monster! Natürlich ist Rambo auch schon zur Stelle, ebenso wie Doghandlerin Linda, die ich vom ESDRA-Camp her kenne. Mit Handler Nr. 2, Melanie (obwohl sie jeder für 17 oder 18 hält, ist sie doch schon 27!!!),
Ulrich, Kristof, Ester, Maria und Franzi Gut, sind wir mit zwölf Personen ganz schön voll für ein "normales" Herbstcamp.

Der Abend verläuft eigentlich recht ruhig; ein bisschen Hundeknuddeln (gefüttert war schon), danach wird Waldschrat`s Auftritt in der RTL II-Serie "Megaman" im Glotzkasten bewundert und dann verziehen wir uns Richtung Matratzenlager - und
labern, labern, labern. Irgendwann verziehen sich Laura, Franz und ich in den Zwinger zu Rennhund Fonse, der uns schon sehnsüchtig erwartet. Franz, bewaffnet mit meiner Feldpritsche, füllt die Zwingerbox voll aus. Nach einigem Gequatsche schlummern
wir dahin.


Tag II

Morgens um 5 (in Wirklichkeit ist es aber erst 4!) sind wir das erste mal wach und
Dann um halb 8 (verdammt, halb sieben - Laura kann echt nicht Uhren ablesen!) stehen wir schon auf der Matte, etwas zerknirscht über den Lesefehler * Gähn *
Frühstück ist aber wie gehabt herzhaft lecker. Das Füttern entspannt und scheiße aus den Zwingern kratzen rundet den Frühsport vollständig ab. Um zehn etwa brechen wir zum Training auf. (Ich weiß endlich den Namen der Strecke!!! Oberlüftenegg). Es ist geplant, den 5,7 km langen Rundweg mit drei Gespannen (10, 6, 4 Hunde) zu meistern. Das Eingeschirren,. Anspannen und Abfahren verläuft reibungslos. Ich fahre mit Maria auf dem Weschle, sechs Hunde voran, Tacco und Vinzenz, der Zwingernachbar von Hotelhund Fonse in Lead.

Vor einem gewissen Matschloch sind wir gewarnt worden, aber noch sieht es gut aus...
WOAH! Alles hält. Während wir fast bis zu den knien im Matsch stehen, blockieren zwei stattliche (okay, der erste ist mehr Belustigung als Hindernis) Baumstämme, vom Sturm gefällt, den Weg. Nicht verzagen, Thomas fragen, der sich nicht scheut, quer über den zweiten, hüfthohen Giga-Zahnstocher zu klettern. Mit seinen zehn Rennhunden läuft das auch noch recht glimpflich ab. Franz samt Weschle-Dreirad hat ebenfalls wenig Schwierigkeiten, denn sein Papa hilft über den Baumstamm tatkräftig mit. Und, wie es dann so kommen musste, war bei mir natürlich die Startleine nicht eingehängt und so geht Thomas mit sechs Hundestärken an beiden Händen Matsch-surfen!

Während Maria, Esther und ich mein gar nicht mal so leichtes Vehikel über das
Hindernis wuchten, warten 20 ungeduldige Huskies auf die Weiterfahrt (zehn davon hängen allein an Franz` 40 kg Dreirad , echt Klasse!). Nach dieser Baumschlacht sind alle froh, dass die weitere Fahrt störungsfrei und glatt verläuft. Die zweite Runde fällt buchstäblich in den Dreck, weil Thomas den anderen das nicht zumuten will.
Pech gehabt (oder Glück?) für die Musherschüler der 2. Runde.

Das Mittagessen, der Spleißkurs und vor allem der Waldlauf mit zwölf freilaufenden
Welpen (plus Hofhund Ailee, Leithund Tacco und Rennhund Pluto) entschädigen die Armen aber wieder ein wenig. Genialer Anblick, Thomas als Welpenpapa. Wir sind richtig begeistert, obwohl die kleinen Racker ganz schön Unsinn vorhaben - raufen,
raufen, raufen!

Danach wird es ein recht ruhiger Abend, obwohl das Highlight "Baum-climbing"
noch immer in aller Munde hängt. Trotzdem verziehen wir drei uns wie gehabt zu Fonse in den Zwinger. Die treuen Wuffs bekommen noch ein Extra-Knuddeln,
dann werden die Lichter gelöscht.


Tag III, bei Wind und Regen

Recht ausgekühlt, aber ausgeschlafen machen wir uns auf den Weg ins Haus. Die Strecke Zwinger - Haustüre gleicht einem Frontgraben im Moor. Trotzdem darf das übliche Frühstücken von uns und noch viel mehr der Hunde keineswegs ausfallen.
Echte Musher trotzen dem Wetter halt, wie ihre Hunde. Naja, fast....

Das Training wird heute noch von zwei Mini-Gespannen ergänzt: Rambo mit Blasius und Laura mit Ailee (das ist der Premiere-Tag der kleinen tschechischen Berghündin
im Geschirr) auf den Rollern halten tüchtig mit uns Schritt, so halbwegs zumindest,
weil Laura unterwegs ganz schön im Matsch landet.

Dann wird getauscht. Thomas und wir von der ersten Runde stehen wartend rum und labern; die anderen, mit Ali in Führung, nehmen die Strecke in Angriff. Der Schrat ist
den Baumstämmen vom Vortag zuvor schon per Motorsäge zur Seite gerückt. War nur ein kleiner Aufenthalt. Ratsch, brumm, ratsch, Weg frei, für freie Musher.
Ailee mit Franz auf dem Roller meistert die 5, 7 km lange Strecke derweil zum zweiten Mal. Bravo, für so eine Leistung! Das angepasste Tempo macht`s.

Mittagessen und ein bisschen Ausspannen (14.00 Uhr) sind auch schon alles, bis waldschrätsches Klickertraining und zurück in Action bringt. Glücklicher Weise regnet es auch gar nicht mehr, so sind unserer Fantasie keine Grenzen gesetzt.
"Hund" und Trainer haben allerlei verrückte und manchmal auch ganz schön doofe Aufgaben zu bewältigen. Aber ich glaube, allen hat es spaß gemacht und wir haben ein wenig mehr Ahnung über das Lernverhalten unserer vierbeinigen Freunde bekommen. (Etwas mehr ist gut. Ich höre den Vortrag zum 9ten Mal. So langsam sollte es sitzen!) Man lernt eben nie aus.

Thomas fährt noch irgendwo hin und wir dürfen/müssen derweilen 12 wuselige Welpen beaufsichtigen. Lotte, Lucky, Lines, Trüffel und wie sie alle heißen, halten uns ganz schön auf Trab, denn sie sind schlimmer als ein ganzer Sack voller Flöhe. Trotzdem macht es Spaß und am Ende der Spielstunde erwartet die zwölf kleinen Teufelchen ihr verdientes Fressen. Bei uns gibt`s Leberkäse, Spezialität aus dem Hause Waldschrat, lecker!!

Wie die Abende halt so sind, labern, labern - und Süßigkeiten verschlingen - vertreibt auch Zeit. Uli, Kristof und Esther bekommen für diese Nacht Gesellschaft, denn Franz und Laura wollen auch mal den Luxus des Matratzenlagers genießen. Die anderen, also Rambo & Company, pennen im Heu, aber ich ziehe das Holzbrett, in anderen kreisen auch "Hüttendach" genannt, den durchgelegenen Matratzen vor. Fonse, ich komme!!!


Tag IV, fast schon wieder rum...

Das gibt`s doch nicht. Ich habe ein kolossales Hundekonzert verschlafen, wobei der Chef persönlich sogar eingreifen muss, um wieder Ruhe einkehren zu lassen.
Aufstehen, zum Haus dackeln und Frühstücken. Irgendwie und irgendwo habe ich mir meine rechte Hand verknaxt. Deshalb fahre ich bei Thomas seinem Rennteam mit
(hat auch was Gutes) und überlasse Rambo "mein" Sechserteam. Hinterher sehe ich aus wie ein verregneter Sumpfgrabenkämpfer.

Nach dem Mittagessen, bestehend aus echten bayerischen Weißwürsten, geht es wieder heimwärts. Alis 16 Jahre alte Schrottbüchse, die eigentlich einen Orden für Massagesitze bekommen sollte, tuckert fröhlich Richtung Allgäu. Und nächstes Mal
heißt es für mich: 10 x Schrat!!! J u b i l ä u m …

Franziska Rottmaier

Anmerkung von Laura: Wegen Kopfschmerzen und sonstigen Wehwehchen schwört
Sie, mit Hand auf`s Herz, nie mehr dem Hundezwinger untreu zu werden! * Lach *

PS: Da das Camp auf Halloween gefallen ist, gab es zum Leberkäse sogar Servietten
mit Spinnen und Kürbisköpfen. Wow Waldschrat, Du wirst ja richtig modern.